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Essays: Leben wir in einer Simulation?
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Leben wir in einer Simulation?

Die - eine - Realität ist das, was aus einer idealen, übergeordneten Sichtweise wirklich ist. Menschen können nur denjenigen Anteil der Realität wahrnehmen, für den sie Sinne haben, mit denen sie an einem bestimmten Ort zu einzelnen Zeitpunkten individuelle Abbilder der Realität aufnehmen. Die Sinne leiten die von ihnen empfangenen Informationen auf die Projektionsfläche eines Menschen weiter, auf der sie das Bewusstsein als Abbild der Welt wahrnehmen kann. Auf der bewussten Wahrnehmung aufbauend kann das Ich über dieses Abbild nachdenken, Schlüsse ziehen und Handlungen initiieren. Soweit meine "halbklassische" Erklärung.

Der Mandela-Effekt

Irritierenderweise gibt es den Mandela-Effekt. Er bezeichnet das Phänomen, dass ein Großteil der Menschheit sich aktuell an bestimmte Dinge aus der jüngeren Vergangenheit erinnert, die in allen materiellen Informationsmedien aktuell einheitlich anders dargestellt werden. Der Mandela-Effekt wird von den Systemmedien als Hirngespinst abgetan. Ich habe ihn selbst erlebt beim Aussehen des Krieg-der-Sterne-Roboters C3PO, der Schlussszene des James-Bond-Films mit dem Beißer und der Frage, wie viele senkrechte Striche das Dollar-Symbol enthält. Psychisch wenig belastbare oder spaßorientierte Menschen sollten sich wegen der Gefahr schmerzhafter kognitiver Dissonanz nicht mit dem Mandela-Effekt beschäftigen. Auf jeden Fall beweist seine Existenz, dass die in der Gegenwart wahrgenommene Vergangenheit keine unveränderliche Größe ist, sondern manipuliert werden kann und auch wird. Beim Mandela-Effekt tritt eine Diskrepanz zwischen innerer und äußerer Wahrnehmung auf: Ein Inhalt des eigenen (inneren) Gedächtnisses stimmt nicht mehr mit der Wahrnehmung eines (äußeren) materiellen Beleges (z. B. Bild, Film, Text) für den erinnerten Sachverhalt überein. Entweder Gedächtnisinhalt oder Beleg oder beide sind manipuliert.

Die Simulations-Hypothese

Eine naheliegende Antwort ist, dass beide Anteile der Realität künstlich generiert werden und dabei zwangsläufig, vorsätzlich oder versehentlich Diskrepanzen entstehen. Dann gäbe es nicht die eine Realität im üblichen Sinne, sondern nur ein ständig neu erzeugtes, mindestens zweiteiliges Konstrukt, das wir als Realität interpretieren. Ein solcher Realitäts-Generator wäre ein extreme Ausprägung der Simulatoren, die insbesondere in der Technik (z. B. Automobilentwicklung) intensiv eingesetzt werden, um aufwändige Untersuchungen an materiellen Objekten zu vermeiden. Durch die Simulationshypothese sind "Wunder" aller Art trivial erklärbar.

Die Ursache des Mandela-Effektes

Gibt es innerhalb des Realitäts-Generators unterschiedliche Komponenten für die Generierung der inneren und äußeren Realität und diese Komponenten arbeiten nicht ganz konsistent? Sind die Diskrepanzen, die nur von den wenigen, für sie sensibilisierten Menschen als solche wahrgenommen werden, unbeabsichtigt oder absichtlich vorhanden?

Der Zweck des Mandela-Effektes

Sofern die Inkonsistenzen in der Wahrnehmung der Welt vorsätzlich existieren, müssen sie einem Zweck dienen. Sollen sie denen, die es erkennen wollen, zeigen, dass auch die von ihnen wahrgenommenen Teile der Realität durch eine Simulation erzeugt werden? Wer würde davon profiteren? Wäre es im Interesse des Schöpfers dieser Welt? Oder ist der Effekt die Folge eines "in-die-Suppe-Spuckens" beim Betrieb des Realitäts-Generators durch eine übergeordnete Instanz ("Gott")? Kann das Erkennen des Effektes einen Weg aus dieser leidvollen Welt in die (weniger leidvolle/leidfreie?) übergeordnete Welt weisen?

Der Betrieb des Simulators

Unsere Welt wurde von einem Schöpfer zu einem bestimmten (uns nicht sicher bekannten) Zweck geschaffen. (Nicht aus Langeweile, aus Interesse daran, was in ihr passieren wird oder gar versehentlich.) Der Schöpfer erwartet also durch die Schöpfung und den Betrieb unserer Welt einen Vorteil für sich. Diesen Vorteil hätte er sonst nicht. Somit kann der Schöpfer unserer Welt nicht allmächtig sein. Allmächtige Wesenheiten haben keine Bedürfnisse (leiden also keinen Mangel), da sie sonst nicht allmächtig wären. Ein Simulator erzeugt nur Informationen - keine Materie, keine Energie, keine Gefühle. Ich gehe davon aus, dass der Betrieb des Welt-Simulators für den Schöpfer unserer Welt nur ein Hilfsmittel und nicht der Zweck seiner Schöpfung ist. Wenn der Simulator nur ein Hilfsmittel ist, muss es neben ihm etwas für den Schöpfer wertvolleres geben, das durch den Simulator angesteuert wird. Dieses Wertvollere, für das der ganze Aufwand getrieben wird, könnten physische, beseelte Lebewesen sein, in denen sich Vorgänge abspielen, die durch den Simulator nicht ersetzt - wohl aber durch ihn angesteuert werden können. Aus meiner Sicht kommen hierfür energetische und emotionale Größen infrage, die der Simulator nicht erzeugen kann.

Sofern die Menschen (oder alle wahrnehmenden Lebensformen in dieser Welt) nicht nach der Schöpfung dieser Welt aus ihrer "echten" Heimatwelt in diese Welt entführt wurden, müsste der Erschaffer und Betreiber des Generators der Schöpfer unserer leidvollen Welt einschließlich aller in ihr existierenden Lebewesen sein. Durch den Betrieb des Generators würden einerseits die materielle Schöpfung (und ggf. der Aufwand zum Betrieb) einer echten äußeren Welt gänzlich oder weitgehend überflüssig. Der Generator muss sehr aufwändig sein, falls er viele innere Projektionsflächen für die Außenwelt in Lebewesen versorgen muss.

Um die Komplexität des Generators zu minimieren, bietet es sich an, möglichst viele seiner Anteile als weitgehend autonome Automaten, die einen vorgegebenen Ablauf wie Uhrwerke haben, zu realisieren. Solche sich periodisch wiederholenden Abläufe sind für uns selbstverständlich, etwa die Bewegungen von Sonne, Mond und Gestirnen und es scheint in der Geschichte unserer Welt Ereignisse zu geben, die sich periodisch wiederholen, etwa weltweite Verwüstungen (Kataklysmen), die jeweils Kulturzyklen beenden und eine Großteil der Menschheit vernichten.

Im einfachsten Extremfall gäbe es nur ein einziges (nämlich meines bzw. das des Lesers) Bewusstsein und der gesamte Rest der Welt einschließlich aller anderen Wesen würde nur für dieses Bewusstsein simuliert. Würde sich diese Konstellation für den Schöpfer dieser Welt lohnen? Nach menschlicher Logik nicht.

Der Generator muss ein individuelles Weltbild auf der Projektionsfläche jedes Lebewesens erzeugen. Die Komplexität und Detailliertheit dieser Bilder hängt von der Komplexität der Lebewesen und ihrem Aufmerksamkeitszustand (z. B. Wachen/Schlafen) ab. Das generierte Weltbild kann für jedes Lebewesen beliebig unterschiedlich sein, sofern es keine realen, sondern nur simulierte Interaktionen zwischen diesen Wesen gibt. In dem Fall könnten beliebig große Diskrepanzen zwischen den generierten Welten dauerhaft unentdeckt bleiben, da sie keine echte Wechselwirkung miteinander haben.

Es ist nicht auszuschließen, dass der Betreiber des Generators auch andere Wesenheiten in die Simulation eingreifen lässt. Entweder, weil sie sich in einer seinen eigenen Zielen dienlichen Art einmischen oder weil die Wesenheiten mächtiger als er sind.

Konsequenzen

Falls wir in einer simulierten Realität leben, die von einer Entität erzeugt wird, die für uns unvorstellbar und unfassbar ist, ist der Wunsch, die der Simulation zugrunde liegenden Regeln zu erkennen, durchaus nachvollziehbar, da er der menschlichen Natur innewohnt und einige Menschen einen ausgeprägten Drang verspüren, im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten zu verstehen, wie die Dinge wirklich sind. Angeblich haben in früheren Hochkulturen, die vor zehntausenden von Jahren existiert haben sollen, bestimmte Menschengruppen durch langfristige Beobachtung der Naturphänomene, insbesondere des Wetters, des Laufs der Himmelskörper, des Auftretens von Krankheiten und von Naturkatastrophen, viele dieser Regeln erkannt und zur Prognose der weiteren Ereignisse verwendet. Dieses durch unmittelbares Erleben erworbene Wissen wurde der Menschheit böswillig vollständig genommen und durch die falschen Konstrukte der modernen "Wissenschaft" ersetzt, die als Glaube in die Köpfe der Menschen gehämmert werden.

Der simulierte Charakter unserer Realität schließt nicht aus, dass in diese Simulation Abbilder von Wesenheiten eingebaut werden, die außerhalb der Simulation existieren. Solche Wesenheiten können viel mächtiger als Menschen sein und in ihrer Welt einen völlig andersartigen - oder gar keinen - Körper haben. Sie könnten dann mit einem beliebig unauffälligen oder auffälligen Äußeren - einem Avatar - in unsere Welt eingeblendet werden. Das wäre eine mögliche Erklärung für das Auftreten von Geistern/Dämonen/Engeln sowie "Göttern" aller Art. Sie mit den Mitteln unserer materiellen Physik erklären zu wollen, ist absurd und lächerlich.

Bezüglich der Funktionsweise des Generators stellen sich die gleichen Fragen wie bezüglich der nichtmateriellen Funktionsweise der Menschen:

  • Ist die generierte Realität vorbestimmt?
  • Ist der Informationsfluss unidirektional vom Generator zu den projezierten Realitäten oder haben Entitäten in der Simulation die Möglichkeit, auf den Generator und damit die von ihm erzeugten Realitäten rückzuwirken? Dieser Gedanke führt auf ein mutmaßliches Paradoxon, dass nämlich einer simulierten Realität ein Eigenleben innewohnen könnte, das sie vom rein passiven Objekt auch zum aktiven Subjekt macht. Ist das die Stelle, an der der freie Willen eingreifen könnte?
  • Ist in diesem Modell weiterer Raum für einen freien Willen oder Zufall?
  • Was wären in einem solchen Modell das Bewusstsein und das Ich?
Weitere Fragen:
  • Welche Indizien außer dem Mandela-Effekt gibt dafür, dass unsere Welt eine Simulation ist?
  • Gibt es Wesen in unserer Welt, die seit langer Zeit zweifellos wissen, dass wir in einer Simulation leben? Falls ja, haben solche Wesen Zugang zu einer übergeordneten Realität? Falls ja, wie? Wie würden sich solche Wesen gegenüber allen Objekten in dieser aus ihrer Sicht irrealen und damit unwichtigen Welt vermutlich verhalten? Wären diese Wesen an diesem Verhalten erkennbar?